Mein Weihnachtswunsch. (K)Eine Weihnachtsgeschichte

Mein Weihnachtswunsch

 (K)Eine Weihnachtsgeschichte

von Jade Night

Es ist soweit. Dezember. Der letzte Monat des Jahres ist angebrochen - und mit ihm die Weihnachtszeit. Früher, als Kind, hatte ich mich immer auf diese Zeit gefreut, ihr regelrecht entgegengefiebert. Doch mittlerweile hatte sich das geändert. Ich kann so rein gar nichts mehr mit dieser Zeit anfangen. Die Lichter finde ich zwar nach wie vor schön, aber der ganze Rest, nein danke. Das war so gar nichts mehr für mich.

 

 

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Doch wann hat sich das bloß geändert? Wann war ich denn bitte so ein Grinch geworden? So sind meine Überlegungen, während ich langsam durch die verlassenen Straßen meines Dorfes gehe. Es ist bereits dunkel, nur die Fenster der Häuser rings um mich sind hell erleuchtet. Und dort herrscht sie, die hektische Betriebsamkeit. Schließlich wollen die letzten Weihnachtsvorbereitungen getroffen werden. Es wird geputzt, dekoriert und auch die Gärten werden geschmückt. Und dann, ja dann stehen auch noch die Überlegungen an, wer was zu Weihnachten bekommt. Möglichst groß muss es sein und teuer. Man will ja schließlich besser da stehen als die liebe Verwandtschaft, die sich dann ja auch noch angesagt hat zum Fest der Liebe. Zusätzlich kommt noch der Stress mit dem Festtagsmenü. Das muss ja dann auch möglichst üppig ausfallen. Über all das denke ich so nach, während ich durch die Straßen gehe. Dabei denke ich, so viele Geschenke wären doch eigentlich nicht wirklich wichtig. Wäre es nicht wichtiger, dass man einfach mal mehr für einander da ist, sich aufeinander besinnt und zuhört? All diese Fragen stelle ich mir, während ich langsam die Stadt erreiche. Und ich weiß, dies ist er, dies ist mein Weihnachtswunsch.

Nach den ruhigen, verlassenen Straßen meines Dorfes herrscht hier in der Stadt nun ein ganz anderes Bild. Überall sind Stände. Die Menschen drängeln und schubsen sich auf der Jagd nach den besten Geschenken und dem besten Essen. Schließlich will jeder nur das Beste haben. Alles, bloß keine Kleinigkeiten und Reste.  Wieder denke ich, so vieles davon wäre nicht nötig. Auch eine Kleinigkeit und vielleicht eine schöne, gemeinsame Zeit würde es tun.

Es ist soweit. Heiligabend. Ich selbst hätte diesen Tag ja am liebsten aus dem Kalender gestrichen, mir ist er viel zu geheuchelt. Wann das so geworden ist, dass weiß ich immer noch nicht. Wieder gehe ich durch die Straßen meines Dorfes, und wie schon beim letzten Mal, sind sie auch dieses Mal wieder verlassen. Über mir am Himmel funkeln die Sterne und durch den Schnee überall um mich wirkt es gar nicht ganz so dunkel. Wieder sind die Fenster der Häuser hell erleuchtet und auch die Gärten erstrahlen. Alles wirkt festlich. Doch ich beginne mich zu fragen, bei wie vielen Menschen die Stimmung wirklich festlich ist. Oder tun die Bewohner nur so als ob? Am Himmel über mir zieht eine Sternschnuppe über den Nachthimmel und wieder weiß ich, dass mein Weihnachtswunsch nicht wahr geworden ist.